Grün gründen? Warum es so schwer ist, als Startup alles richtig zu machen

Die Ansprüche an Startups steigen, ihr Unternehmen direkt grün zu gründen. Sie sollen sich vorbildlich und zukunftsorientiert verhalten und alle Aspekte ihrer Gründung aus klimapolitischer Sicht kritisch betrachten. Aber ist es wirklich so leicht für Startups, von Anfang an alles richtig zu machen?

Gründung in grün, bitte!

Die Unternehmensgründung ist die perfekte Gelegenheit etwas besser zu machen als andere. Doch die Energie einer Gründer:in oder eines Gründungsteams konzentriert sich meistens auf das, was sie wirklich besser machen wollen als andere: ihre Geschäftsidee. Die Zeit zu finden, auch noch klimaneutral zu gründen, ist nicht einfach.

Denn grade Gründer:innen, die das erste Mal eine große Vision in die Tat umsetzen, haben meistens ganz andere Probleme, als dass ihre Server mit Ökostrom betrieben werden oder möglichst wenige Daten verbraucht und durch die Welt geschickt werden. Geld und Zeit sind stark begrenzt und die schiere Masse an Herausforderungen und Problemen bei einer Gründung kann überfordernd sein. Und dann bleibt es oft bei einem CO2-Ausgleich – einfach und schnell. Warum CO2 vermeiden, wenn man es ganz schnell ausgleichen kann?

Wann ist ein Startup grün?

Auch wenn es von außen so banal erscheint, aber woher weiß man, was alles geändert werden muss, um sich als grünes Unternehmen bezeichnen zu dürfen? Wie vermeidet man den Eindruck des Greenwashings?

Als Beraterin würde ich sagen: wenn die Gründer:innen selbst daran glauben. Wenn sie mit gutem Gewissen sagen können, dass sie ein CO2-neutrales Unternehmen haben und dies mit Zahlen belegen können. Wenn sie wissen, wie ihr CO2 neutralisiert wird und wie nachhaltig diese Neutralisierung wirklich ist. Und das geht nur, indem man genau hinschaut.

Nobody is perfect

Als Gründerin verstehe ich die Probleme. Niemand ist perfekt. In dem einen Moment will man auf Fleisch und Plastik verzichten und im nächsten werden dann doch die Leberwurst und die einzeln verpackten Schokobons gekauft. Aber jeder Schritt, der unternommen wird, zählt.

Es geht nicht alles auf einmal, darum liebe Startups: nehmt euch einen Schritt nach dem anderen vor. Macht es euch zur Gewohnheit, jeden Tag daran zu arbeiten und wenn es nur 15 Minuten sind. 15 Minuten reichen, um den Stromanbieter zu wechseln. Oder sich zu informieren, welcher Hostinganbieter CO2-neutral arbeitet. Aber schaut nicht weg.


Quellen: Titelbild von Ian Schneider auf Unsplash

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